Wir sind Elena (Hausfrau und I + D Assistentin) und Ugo (Forstarbeiter und Künstler), Eltern von Larissa, vier Jahre und Giovanni Levante, zwei Jahre. Wir leben in Vicosoprano in einem Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert.

Unsere Verbindung zu Soglio, dem Heimatort von Elena, und unsere gemeinsame Passion für historische Gebäude bewegte uns dazu zwei Gebäude in Soglio zu erwerben, die sich seit vielen Generationen im Besitz der Familie von Elenas Vater befanden.

Mit der Idee im Hinterkopf, den verfallenen Stall irgendwann in ein kleines Wohnhaus umzubauen als Rückzugsort für unsere Familie, beschlossen wir das sehr einfache aber pittoreske Wohnhaus aus dem Jahr 1684 vor invasiven Umbaumassnahmen zu bewahren. In den Jahren 2016 und 2017 haben wir dann „die Hemdsärmel hochgekrempelt“. Wir haben das Haus, das seit mehr als einem Jahrhundert unbewohnt war, entrümpelt, aufgeräumt und gereinigt. Zum Haus dazu kam in der Folge - ebenso in der Via Strecchia und mehr oder weniger zufällig - eine verlassene Schmiede, die einer anderen Familie gehört.

Ohne fließendes Wasser und ohne Stromanschluss, machten wir während der Aufräumarbeiten eine unfreiwillige Reise in die Vergangenheit. Wir wurden in eine Zeit zurückversetzt, in der die Bewohner von Soglio ihr Wasser am Brunnen holten und sich mit einfachem Werkzeug arrangieren mussten, um zu putzen, zu waschen, zu reparieren und zu bauen. Es war eine bereichernde Erfahrung, die uns zum Nachdenken brachte.

Es waren wohl diese Eindrücke, die uns dazu bewegten, einen besonderen „Tag der offenen Tür“ zu organisieren. Diese Veranstaltung, die auf erhebliches öffentliches Interesse gestossen ist, hat uns die nötige Kraft gegeben weiterzumachen, um aus dem einmaligen Ereignis eine langfristige Initiative entstehen zu lassen.

 

Auf diese Weise soll Soglio nicht nur ein „Museumsareal“ erhalten als authentisches, plakatives Zeugnis seiner bäuerlichen Vergangenheit. Die Menschen von Soglio und die Touristen sollen in das Haus und in die anderen Gebäude hineingehen können, um dort einzutauchen in eine Welt aus Gefühlen, Gerüchen, in die Enge und Einfachheit dieses Ortes, der für sich selbst spricht und in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Ausgehend von der Vergangenheit und der Identität von Soglio, geben wir damit den Anstoss für ein neues Kulturangebot in Soglio, das erweitert werden, neue Impulse geben und das kulturelle Leben im Dorf bereichern soll.

Das Wort „Museum“ mag in manchen Ohren nach Nostalgie klingen. In Wahrheit ist ein ethnografisches Museum ein grosse Chance, der ideale Ort, um in die Zukunft zu blicken, ein Bezugspunkt, ein Katalysator für Informationen über unsere Vergangenheit, unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere Identität. Ein Zentrum, das uns erlaubt, auf soliden Wurzeln, etwas Neues, Authentisches zu schaffen und mit dem wir den Einheimischen, den kommenden Generationen und den Touristen unsere Liebe zu diesem Flecken Erde vermitteln können.

 

            „Eine Generation, die ihre Geschichte ignoriert, hat weder Vergangenheit…noch Zukunft.“

                                                          (Robert Ansonsten Heinlein)